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Lifestyle

Die Post-Urlaubsphase

Da denkt man, nach zwei Wochen Urlaub kann man ganz relaxed wieder auf die Arbeit gehen, man macht alles, was da kommt, mit einem Lächeln und mit links, aber was ist? Gar nichts ist. Die erste Woche war furchtbar zäh. Der Tag heute nicht viel besser. Anstatt befreit wieder zu arbeiten, schweift man gedanklich doch immer wieder ab. Was gibt es alles für Plätze auf der Welt, wo man jetzt lieber wäre? Überall, nur nicht wieder hier, hinterm Schreibtisch, vorm Computer. Und bearbeitet dröge Dinge, die einem jetzt noch unwichtiger vorkommen als vorher.

Was bleibt, ist die Erinnerung. Hach klingt das gut. Die Flucht aus dem Alltag, wenn man sich seine Urlaubsbilder ansieht. Wenn man überlegt, was man im nächsten Urlaub machen könnte. Oder generell. Stattdessen fährt man morgens im Dunkeln zur Arbeit und kommt abends im Dunkeln wieder nach Hause. Bekommt Pickel und darf hundertmal die gleichen Fragen zum Urlaub beantworten. Immerhin habe ich mittlerweile eine gewisse Routine darin, auf die Frage "Und wie war's?" zu antworten.

Viel mehr Spaß machte es dann, am Samstag bei Freunden das erste Mal die Urlaubsfotos zu präsentieren. Zu zweit von seiner Reise zu berichten an einem großen Mac-Bildschirm, locker auf der Couch sitzen mit der Fernbedienung für den Rechner in der Hand, das war ganz großes Kino. Und für uns äußerst kurzweilige. Für die Zuhörer hoffentlich auch.

Das Video des Tages kommt heute von einer Band namens Cajun Dance Party: No Joanna. Zwar meint Plattentests zu diesem Stück, sie verheben sich am Streicherschmalz, aber mir gefällt es.

Der nächste Urlaubstrip wird dann übrigens Mitte Dezember Berlin sein, wo ich seit der WM nicht mehr war. Dankend als Anlass habe ich dafür das Gastspiel des KSC dort genommen, auch wenn der in den letzten Wochen keinen großen Grund zur Freude gab. Aber das wird wieder. Ganz bestimmt.
3.11.08 21:11


Urlaub Teil 1: Reisen auf dem Schiff

Alle großen Filmreihen sind Triologien: Zurück in die Zukunft, Star Wars (sogar zweimal), Die nackte Kanone. Bei Indiana Jones wäre man froh, es wäre bei drei Teilen geblieben. Nur Stirb Langsam passt da irgendwie nicht rein. Zurück aus dem Urlaub, zurück zum Thema: Auch meinen Urlaubsrückblick habe ich in drei Teile aufgeteilt:

Teil 1: Reisen auf dem Schiff
Teil 2: Von Stadt zu Stadt
Teil 3: Raus aufs Eis

So, fange ich also an mit dem Thema: Reisen auf dem Schiff. Erstmal zum drumherum: Von der AIDA war alles super organisiert. Man wurde am Flughafen in Montreal sofort in Empfang genommen und zum Schiff gebracht. Alle Ausflüge waren tadellos organisiert (auch wenn man inhaltlich über die Ausflüge streiten kann), die Einreise in die USA klappte auch flott und ohne Probleme. Rückfahrt zum Flughafen war gut, blöd nur, dass man dort viel zu früh abgesetzt wurde, so dass man da über eine Stunde warten musste, bis der Lufthansa- Schalter überhaupt erst einmal aufmachte.

Jetzt zum wesentlichen: Das Schiff. Die AIDA Aura bot Platz für knapp 1000 Passagiere, ausverkauft war sie aber wohl nicht ganz, wie man hörte. Service an Bord war gut, alle freundlich. Essen war gut, Frühstücksbuffet ein Gedicht. An Pfannkuchen zum Frühstück könnte ich mich gewöhnen. Nur die Platzsuche dauerte manchmal ein wenig.

Ansonsten ist Reisen per Schiff natürlich ein Traum. Man kommt an, packt seinen Koffer aus, legt die Beine hoch und kommt trotzdem rum. Sehr relaxed und sehr angenehm, wenn man jeden Abend, egal in welcher Stadt man ist, wieder in sein Hotel kommt. Seegang machte mir persönlich nichts aus. Es war zwar mal auch etwas stärker (Windstärke 7) und man merkte natürlich ständig, wie es schwankte, aber das war kein Problem.

Die Abende wurden dann meistens in der Nightfly-Bar verbracht (nachdem ich merkte, dass mir die Musical-Nummern im Theater nicht unbedingt lagen). Warum an Schiff? Weil man tagsüber an Land war und nachts dann weiterfuhr. In der Bar spielten Tuesday Night, eine Coverband aus Schweden. Und das sehr gut. Man konnte sich Songs wünschen, saß in netter Gesellschaft und so vergingen die Abende sehr kurzweilig.

Und am Ende fiel einem der Abschied vom Schiff doch tatsächlich sehr schwer. Verbrachte man doch 10 Tage auf der Aura. Und dann lag sie da vor einem, mit Kussmund, und man musste in den Bus steigen und wurde zum Flughafen gebracht.

Video des Tages: Ein Mitschnitt von Tuesday Night, welches ich bei Youtube gefunden habe. Von der Tour vorher. Gespielt wird hier Your Love, ein Song, den ich vorher noch nie gehört hatte, aber von der Band jeden Tag mit Begeisterung gespielt wurde. Das Original ist ein 80er-Jahre Rocksong, das Cover ist besser.
27.10.08 20:42


Licht im Dunkeln

Wolfsburg ist ne sichere Bank. Fünftes Spiel, fünfter Sieg für den KSC. Ob verdient, gerecht oder sonst was ist egal, Hauptsache mal wieder gewonnen. Licht, nach drei Niederlagen in Folge.

Licht auch wieder in meinem Bad. Nach dem sich dort in meiner (vom Vormieter übernommenen) Lampe die zweite von drei Birnen verabschiedet hatte, wurde es dort zusehends dunkler. Also das Ding aufgeschraubt, was etwas gedauert hat, bis ich das System begriffen hatte - die rechte Abdeckung musste ich abschrauben, dann konnte ich die Milchglasverkleidung abnehmen und kam an die defekten Birnen ran.

Die beiden Neuen kosteten 1,50 € pro Stück und bringen nun neuen Glanz in mein Bad. Das erstrahlt nun heller als je zuvor. Habe ich Fuchs doch die Gelegenheit genutzt und auch das Glas der Lampe geputzt. Irritierend hell, als ich letzte Nacht ins Bad musste und das Licht anknipste, musste ich meine Augen bedecken, um halbwegs mein Anliegen dort zu erfüllen.

Themawechsel. TV-Tipp (neu und Ausnahme) des Tages: RTL II steht ja für viele für Frauentausch und ähnliche Highlights des leichten Dokutainments. Das sie auch immer mal wieder einige hochwertige US-Serien im Angebot haben, geht da etwas unter. Am Montag ist es mal wieder soweit: Dort starten um 22:15 Californication (mit David Duchovny) und im Anschluss Dexter. Zwei Serien, die in den Vorschauen äußerst gut aussahen. Also unbedingt mal einschalten.

Video des Tages: Sleeping With The Lights On von Teitur. Sehr schön.
28.9.08 22:31


Essen in München

Zunächst einmal ein Nachtrag zum vergangenen Wochenende: Ich war mit meinem Vater, dem alten Berliner, im Stadion bei Bayern gegen Hertha. Und was soll ich sagen, warum sollte es ihm besser ergehen als mir Jahr für Jahr für Jahr (ich erspare mir die Verlinkungen mit den entsprechenden Einträgen) - es gab eine deutliche und verdiente Niederlage für Berlin.

Sonst gibt es eigentlich nichts Bemerkenswertes aus der vergangenen Woche. Tagsüber Arbeiten, abends zu Hause. Damit fällt ein Rückblick aus, alternativ deshalb nun der Ausblick: Morgen ist Samstag. Und samstags gehe ich meistens einkaufen (da ich am Freitag normalerweise keine Lust dazu habe). Das Besondere dieses Mal: Ich werde mir eine Einkaufsliste schreiben müssen. Klingt uncool, ist es auch. Was soll ich mir das auch aufschreiben, wenn ich sowieso nur für mich einkaufen muss? Ist ja eh meistens das gleiche und kurz vor der Kasse gehe ich dann meinen Einkaufswagen noch einmal geistig durch: Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Sonstiges - ist alles da?

Dieses Mal ist es aber anders. Ich werde am Wochenende backen. Und da ich das bei einigen Leuten in der Firma bereits angekündigt habe, komme ich aus der Nummer wohl auch nicht mehr raus. Meine Wahl ist gefallen auf Brownies. Soll, laut Beschreibung, äußerst simpel sein. Nur die Zutatenliste überfordert etwas meine Küche. Kakaopulver? Zimt? Puderzucker? Butter? Normalerweise nicht da. Deshalb die Einkaufsliste.

Und wenn ich grade schon dabei bin: In den letzten Wochen hat es sich bewährt, wenn ich mir am Sonntag etwas mehr koche und mir die Reste dann am Montag mit auf die Arbeit nehme. Spart das Geld für Kantine oder Mittagstisch und ist ne nette Abwechslung. Plus der gewisse Überraschungseffekt, wenn ich, ICH (!), etwas Selbstgekochtes mitbringe. Dann warte ich darauf, dass mich jemand fragt, was wir mittags machen können. Und ich sage dann "ich bin raus, ich habe was dabei". Herrlich! Tendiere im Moment zu einer Reispfanne.

Was ich mir bereits letzte Woche gekauft habe: Tabasco. Das grüne. Nachdem ich die letzten Wochen beruflich recht viel damit zu tun hatte, musste ich mir dann doch mal ein Fläschchen kaufen. Mal schauen, ob ich das am Wochenende auch noch benutzen kann. Hab mir sagen lassen, es wäre nicht schlecht, wenn man etwas mit ins Nudelwasser gibt, dann nehmen die etwas Geschmack auf.

Und damit genug vom Kochen, zur Not hängen an meiner Pinnwand noch Gutscheine für Burger Kind und Kentucky Fried Chicken. Nächstes Mal wird der Eintrag dann wieder etwas gehaltvoller (hoffentlich). Das Video des Tages: I Woke Up Today von Port O’Brien.

Bon appetite.
5.9.08 22:19


Still-Arbeit

Ich bin ja nun nicht gerade der Morgenmensch. Besonders, wenn der Morgen mich unweigerlich ins Büro führt. Ich bin immer froh, wenn ich unerkannt in der S-Bahn sitzen kann, ohne irgendwelche bekannte Gesichter zu sehen. Im Büro angekommen geht es dann auch unverzüglich los mit der Arbeit, ohne ein Schwätzchen mit den Kollegen. So ist mir das Recht, ich kann damit umgehen.

Lange Einführung für ein kleines Thema: Ich saß heute Morgen in der S-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit. Ich glaube, mit Musik im Ohr, vielleicht aber auch nicht. Bin mir nicht ganz sicher, ist aber auch völlig unerheblich für die Story. Die Story geht nämlich um etwas völlig anderes, über ein Thema, über das ich schon einmal gestolpert bin: Öffentliches Stillen.

Ich sitze also in der S-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit (falls ich das noch nicht erwähnte), als sich eine Frau mit Baby mir gegenüber setzte. Schräg gegenüber, um genau zu sein. Ich schaute grade angestrengt aus dem Fenster, wie gesagt, vielleicht mit Musik im Ohr oder auch nicht, als ich auf einmal hörte "Na kleiner, hast du Hunger, hmm?" Dass ich es hörte, spricht allerdings, wenn ich genauer darüber nachdenke, dafür, dass ich keine Musik an hatte. Trotzdem schaute ich angestrengt aus dem Fenster. Was man halt so macht, in der S-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit.

Aus den Augenwinkeln sah ich ein hektisches Kramen in ihrer Handtasche. Sie holt das Fläschchen, dachte ich. Tat sie aber nicht (was sie genau an der Tasche machte, weiß ich nicht). Beim nächsten Hinsehen hing ihr dann das Baby nuckelnd an der Brust. Nicht irgendwie verdeckt oder so, nein, die Brust hing ganz raus, das Baby davor. Ich also schnell wieder ganz angestrengt aus dem Fenster gestarrt, aber hilft ja nichts. Man will ja möglichst normal damit umgehen und nicht wie bescheuert raus schauen, da kennt man ja nach einiger Zeit eh jeden Baum und jedes Wohnhaus. Also schaut man mal auf, wenn jemand im Gang vorbei läuft, schaut auch mal auf der anderen Seite aus dem Fenster, schaut auf seine Uhr, sein Handy und was weiß ich was. Und jedes Mal, jedes Mal bleibt man an dann an dieser verdammten Titte hängen. Ob man will oder nicht. War aber auch fies. Sie schaute unter dem Kind hervor, an der Seite, überall.

Ich meine, muss das denn sein? Sicher ist Stillen etwas total Natürliches. Aber muss man daran die halbe Welt teilhaben lassen? "Das Stillen in der Öffentlichkeit ist zumindest im europäischen Kulturraum weithin akzeptiert" sagt dagegen Wikipedia. Finde ich etwas überraschend. Aber ist vielleicht eine Frage des "wie". Legt vielleicht nicht jede gleich ihre ganzen Brüste frei (also bzw. eine).

Video des Tages: The Shock Of The Lightning, die neue Single von Oasis.
30.8.08 00:14


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